Malawi

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Malawi gehört zu den ärmsten Ländern der Erde und zählt mit über 11 Millionen Einwohnern zu den am dichtesten besiedelten Staaten des afrikanischen Kontinents.

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75% der Bevölkerung Malawis ist als arm einzustufen und verfügt über keinerlei Einkommen. Sie können sich ohne Zusatzverdienst nicht ausreichend ernähren, haben nur unzureichenden Zugang zu sauberem Wasser, zu Gesundheitsversorgung und Bildung. Knapp die Hälfte dieser Armen ist als absolut arm zu bezeichnen. Sie können sich und ihre Familie nicht durchgängig ausreichend ernähren.

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Malawi beträgt 38 Jahre. Malawi gehört zu den Ländern auf der Erde, in denen die Säuglings- und Kindersterblichkeit am höchsten ist. In Malawi nahm die Anzahl der Waisenkinder in den vergangenen Jahren rapide zu. Ursache ist unter anderem die sich rasch ausbreitende AIDS-Seuche, die insbesondere in der Altersgruppe der 12 - 40jährigen, also der derzeitigen Elterngeneration, zahlreiche Opfer fordert.

?Nach Schätzungen des Ministeriums für Frauen und Jugend verloren allein im Jahr 1997 etwa 200.000 Kinder unter 15 Jahren ihre Mutter.

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Traditionell werden Waisen in Malawi im ausgedehnten Familiensystem aufgefangen und von Angehörigen mit betreut. Oftmals ist dies auch heute noch der Fall. Doch sind diese traditionellen Strukturen zusammengebrochen aufgrund des immensen Ausmaßes der AIDS-Problematik. Selbst meist am Rande des Existenzminimums lebend, sehen sich die übriggebliebenen Familienmitglieder nicht mehr in der Lage, den Waisen Obhut und Fürsorge zu gewähren.

Obwohl es in Malawi eine Schulpflicht gibt und die Schulgebühren für die Grundschule vor einigen Jahren abgeschafft wurden, besuchen nur etwa 53% der Kinder eines Altersjahrgangs die Schule.

Der Grund dafür sind die umfangreichen Pflichten vieler Kinder. Sie müssen ihre Geschwister versorgen und für sie mit sogenannter "piecework" den Lebensunterhalt verdienen. Oft sind die Schulen auch einen halben Tagesmarsch vom Dorf gelegen und die Kinder dadurch zu lange von zu Hause entfernt, um ihren häuslichen Aufgaben nachkommen zu können.

Eine weiterführende Schule ab der neunten Klasse kostet viel Geld. Zu den Schulgebühren kommen hier meist noch Internatskosten hinzu, wobei "Internat" keinen Vergleich mit hiesigen internaten zulässt. Aus diesem Grund (und weil viele Kinder schon sehr früh zum Lebensunterhalt beitragen müssen) nimmt die Quote der Schulbesuche rapide ab. Die Sekundarschulen werden nur noch von 2-4 % der Jugendlichen besucht.